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Expertise zum Salzstock Gorleben Drucken E-Mail

Expertise Salzstock GorlebenDer Kieler Diplom-Geologe Ulrich Schneider stellte im Auftrag der Partei "Die Linke" im August 2009 eine Expertise zum Salzstock Gorleben vor. Der Autor der Studie beschreibt darin die neusten Erkenntnisse über das Lagermedium Salz, und wie es sich verhält, wenn es mit stark Wärme entwickelndem Atommüll in Kontakt kommt. Gleich zu Beginn der Vorstellung seiner Studie stellte Schneider klar: „Es gibt keine Langzeitsicherheit für das Endlager Gorleben“.


Man könne sich das Deckgebirge über dem Salzstock wie einen hohlen Zahn vorstellen. Wie Karies dringe das Wasser in die abwärtsführenden Kalisalzschichten ein, die das Steinsalz des geplanten Endlagers umgeben. Davon zeuge bereits der eher zufällig gefundene eingespülte Sand bis in etwa 400 Metern Tiefe. Infolge der Temperaturerhöhung durch den hoch radioaktiven Atommüll werde das Salz dünnflüssiger. Dadurch reiße der ohnehin zerklüftete Hauptanhydrit – die Schicht zwischen den innersten Salzen des Endlagers und den äußeren Salzgesteinen – auf und könne absinken. „Dies könnte dazu führen, dass radioaktives Material in die Biosphäre gelangt, was die Menschen in der Region massiv gefährden würde. Aus diesen Gründen ist eine Langzeitsicherheit für ein atomares Endlagers in Gorleben nicht zu gewährleisten“, sagte Schneider.

Der Diplom-Geologe, der den Salzstock bereits in den 80er Jahren gemeinsam mit Prof. Klaus Duphorn im Auftrag der Physikalisch Technischen Bundesanstalt untersucht hat, plädierte für eine Verlängerung des Gorleben-Moratoriums. Während des zehnjährigen Moratoriums, sollten eigentlich alle Zweifel am Standort Gorleben ausgeräumt werden. „Diese sogenannten Zweifelsfragen sind keineswegs zufriedenstellend abgearbeitet. Das bisherige Untersuchungskonzept war teilweise unzureichend und die vorliegenden aktuellen Standortbeschreibungen weisen zum Teil Widersprüche und Fehler in der Auswertung auf“, kritisierte Schneider. Dies schmälert das Vertrauen in eine seriöse Bearbeitung des sensiblen Themas „Endlagerung von radioaktiven Abfällen“ erheblich.


Expertise zum Salzstock Gorleben.
Der aktuelle Kenntnisstand im Lichte der aktuellen Ereignisse bei der ASSE II.

Ein PDF der Studie können Sie auf der Internetseite der Linksfraktion Niedersachsen herunterladen. (download)
64 Seiten, 9,4MB

Verfasser: Dipl.-Geologe Ulrich Schneider, Kiel, August 2009
Auftraggeber: Fraktion Die Linke im Niedersächsischen Landtag

 
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