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Fotobericht Castor Sitzblockade in Grippel 2003 Drucken E-Mail

Fotobericht Castor Sitzblockade in Grippel 2003
von Frank E.

Kurzer Fotobericht zur Sitzblockade in Grippel, beim Castortransport nach Gorleben.

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Bild 1:
zeigt den Ort Grippel im Wendland am Abend des 11.11.2003. Grippel ist ca. 6 km von Gorleben entfernt und in genau dem Ort, wo die beiden Transportstrecken zusammenkommen. Seit dem Nachmittag haben sich Leute auf der Strasse befunden, die Polizei hat auch niemanden daran gehindert. Es gab Musik und Essen.

 

Bild 2: In der Nacht haben sich Leute auch auf der Strasse zum Schlafen gelegt, andere haben Getanzt, gegessen, gesessen... Die Polizei war zwar präsent, hat nichts gemacht bis auf Verkehrsregelung und Licht für die Demonstranten.


Bild 3: Gegen 01:00 Uhr wird die Polizeipräsenz deutlich stärker. Polizisten kommen über Privatgrundstücke von der Seite, Auf beiden Seiten der Strasse werden Wasserwerfer aufgefahren, die Polizei umzingelt die Leute auf der Strasse. Eine Stimme aus einem der Wasserwerfer sagt der Menge auf der Strasse, dass die Versammlung kollektiv in Gewahrsam genommen sei. Es gab keine 3 Aufforderungen. Das wurde damit begründet, dass davon auszugehen sei, dass aus der Menge heraus Straftaten hervorgehen könnten. Diese Einschätzung ist meiner Meinung nach völlig falsch, da es meiner Meinung nach überhaupt keine Anzeichen für derartiges gab und sowas dann auch nicht passiert ist.


Bild 4: Das Bild zeigt die ersten Reihen der Versammlung unter einer Plane, die vor eventuellem Wasser aus dem Wasserwerfer schützen soll. Es herrschen Minusgrade.


Bild 5: Die Polizei greift wahrlos einzelne Personen raus und führt diese ab. Das allerdings nur in sehr kleinem Maßstab (ich hab 3 solcher Festnahmen gesehen).
Nach einer Zeit fordert die Einsatzleitung dazu auf, die Strasse zu räumen und zu einer mit Polizei umstellten Wiese am Strassenrand zu gehen (welche sich links neben "Wasserwerfer 1 und 2" befindet, welche das auch immer sein mögen). Dem kommt allerdings keiner nach. Erstaunlicherweise spricht der Einsatzleiter mal von einem Versammlungsgesetz, mal von einem Versammlungsverbot, gegen dass verstossen wird. Allerdings sei angemerkt, dass sich die gesamte Menge ja bereits in Gewahrsam befindet. Und jemand der sich in Gewahrsam befindet, versammelt sich ja eigentlich nicht mehr. Wie dem auch sei, der Einsatzleiter spricht weiterhin von einer Versammlung.


Bild 6: Die Polizeikräfte werden massiv verstärkt.
Es folgen 3 Aufforderungen, die Strasse zu räumen. Die Versammlung wurde allerdings noch immer nicht (und wurde sie auch nicht) vom Einsatzleiter aufgelöst.


Bild 7: Das Räumen beginnt. Innerhalb weniger als einer Stunde werden schätzungsweise 500 bis 900 Demonstranten geräumt und in den Polizeikessel auf der Wiese gebracht. Auf Grund der grossen Medienpräsenz geschiet das zumeist sehr human. Allerdings waren es auch keine Ausnahmen, dass (meist wenn nicht gefilmt wurde) Arme und Köpfe verdreht wurden, Finger in Nasen gedrückt wurden, Leuten Mund und Nase zugehalten wurde und beim Abtransport Arme und Hände verdreht wurden. Von all diesen Ereignissen habe ich leider keine Bilder, da soetwas wie gesagt genau dann nicht statt fand oder ich meine Kamera schon sicher in meinem Rucksack verstaut hatte, bevor mich 4 Polizisten weggetragen haben und mich wegen angeblicher Schwächeanfälle 3 mal haben fallen lassen.
In dem Polizeikessel wurden wir so lange festgehalten, bis der Transport gegen 06:10 Uhr in Gorleben war. Es waren 4 Wasserwerfer in Richtung Kessel gerichtet und es wurden Zwangsmaßnahmen angekündigt für den Fall dass Leute aus dem Kessel ausbrechen. Die heimfahrt gestaltete sich wie jedes mal sehr ungerecht. Die zahlreichen Polizeikolonnen parkten entweder am Strassenrand, was ein Durchkommen erschwerte oder machten an jeder roten Ampel das Blaulicht an um es direkt danach wieder auszumachen. Ein dreister Fall von Missbrauch von Sonderrechten, gegen den man wohl leider nichts machen kann.

 
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