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Elke,auf dem Boden des Grundgesetzes in Groß-Gusborn /2004 Drucken E-Mail

Elke, auf dem Boden des Grundgesetzes in Groß-Gusborn


Als Teilnehmerin der Auftaktdemo und kurzentschlossene Montag-noch-einmal-Anreisende fand ich es beeindruckend, was Ihr WendländerInnen an Struktur und Vielfalt auf die Beine gestellt habt. Als ich spätnachts wieder in Dannenberg ankam, hatte ich eine abgesperrte Region im Ausnahmezustand erwartet.


Stattdessen war die Nacht noch sehr belebt: der Informationsfluß war gut, mit ein paar Schülern konnte ich mühelos auf Schleichwegen nach Groß Gusborn gelangen und staunen, wie viele Menschen dort noch auf der Straße waren. Ich bin mir sicher, daß es viele Menschen viele Stunden gekostet hat, all das zu organisieren. Auch die Bezugsgruppen haben gute Arbeit geleistet.


Es war überhaupt keine Frage, wo mensch in diesem Augenblick hingehörte: auf die Straße !


Es ist eine mutmachende Erfahrung, soviel gemeinsame Entschlossenheit in so vielen unterschiedlichen Menschen zu erleben. Ich bin mir sicher, daß der große Igel, das Stroh und diese Erfahrungen nicht auf dem Müllhaufen der Geschichte landen.


Gefangenensammelstelle ist ein merkwürdiger Begriff. Wie werden Menschen in einer Demokratie von DemonstrantInnen zu Gefangenen? Da stimmt was nicht. Besonders merkwürdig war, daß wir am Morgen um 9 Uhr freigelassen wurden, als wäre nichts gewesen. Helme ab, grüne Doppelreihen aufgelöst und tschüß. Keine erkennungsdienstliche Erfassung und nichts. Bloß keinen Sand ins juristische Getriebe....
Wieder haben sie Dienstmarke oder Namen nicht rausgerückt, wenn sie Gewalt anwendeten und ganz unbürokratisch darüber entschieden, was "mäßige Gewalt" heißen soll. Für uns war nichts mit tschüß. Die Castoren waren gerade durchgerollt. Blütenweiße Riesenkästen mit einer Polizeieskorte, die eines Polizeistaates würdig gewesen wäre. Wo sieht frau sonst Doppelreihen von Bullies mit jeweils einem mechanisch kreisenden Behelmten mit Dauervideokamera im Anschlag?


Die WendländerInnen und Zugereisten machen wirklich ganz besondere Erfahrungen. Und die politisieren auch in diesem Jahr nicht weniger als die Wasserwerfer- und Knüppeleinsätze früherer Zeiten.


Ich habe mich sehr gefreut, daß so viele wache und sehr interessierte junge Menschen und Jugendliche dabei waren. Das läßt sehr hoffen. Danke ans Wendland. (Auch wenn die Entscheidung gegen Atom, die Bombe und ein falsches Endlager politisch fallen muß .... das Wendland ist der Rahmen dazu.)


Im Aufbruch untergegangen: Stefan aus Göttingen, Du hast Dich bei der Auflösung der Sitzblockade in Groß Gusborn auf dem Boden des Grundgesetzes genauso sicher gefühlt wie ich.
Ich würde Dich gern wiedersehen.

Elke aus Braunschweig
tel.: XXX /XXX

 
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